IMG_0007 Langsam und gemessen Schrittes erscheint richter Li und nimmt an einem hohen Pult Platz. Er trägt eine Robe aus dungelblauem Samt. Der Gerichtschreiber sitzt neben ihm an einem niedrigerem Tisch und verliest die Anklage: Ein Handelsherr beschuldigt seinen Angestellten Herrn Wu in die Kasse des Mannes gegriffen zu haben.

IMG_0014 Während der Anklageverlesung muss der Beschuldigte die ganze Zeit auf einem Steinboden knien. Er winselt nur so vor sich hin. Doch es nützt nichts. Plötzlich schmeißt der Richter ein kleines Stöckchen vor den Angeklagten. Dies ist das Zeichen für Prügel. Die an der Seite stehenden Wachen erheben ihre großen Holzstöcke und schlagen auf Herrn Wu ein. 20 herumstehende Touristen klatschen laut.

IMG_0006 Obwohl es brutal klingt, muss sich so wohl eine Gerichtsverhandlung im alten China, genauer in Pingyao, der Stadt die das alte Flair nicht loslässt, abgespielt haben. Heute war ich nämlich im alten Gerichtsgebäude von Pingyao. Hier wurde eine kleine Show für Chinanostalgiker aufgeführt. Sehr imposant zu sehen, welche Traditionen sich bis in das heutige China durchgedrungen haben.

IMG_0021 Im alten China spielte Pingyao jedoch vor allem die Rolle des Finanzzentrums Chinas. Von hier aus wurden wohl die erste Bank, sowie viele andere finanzielle Geschäfte des Reiches abgewickelt. Sehr schön, lässt sich das im alten Finanzhaus entdecken. Hier kann man nachgebildete Rechenmaschinen sehen, die damals tatsächlich schon benutzt wurden. Im nächsten Zimmer zeigen Schriften die ersten Schuldscheine. Obwohl Pingyao nun nicht mehr zu den Finanzzentren der Welt gezählt werden kann, kann hier vor allem ein Hauch von Geldgeschäften aufgeschnappt werden, wie sie vor tausenden von Jahren ausgeführt worden sein müssen.

IMG_0019 IMG_0020

Pingyao ist somit immer wieder eine Überraschung wert. Heute entwickelt sich der Stadtkern zur Umweltfreundlichen Zone, wofür China ja eher weniger bekannt ist. Es dürfen keine Vehikel die Abgase ausstoßen in den Stadtkern. Somit sieht man übermäßig viele Fahrräder auf den kleinen Wegen. Vielleicht ein Vorbild vielleicht für ganz China?

Morgen geht es dann weiter in die Stadt Xi’an wo, die alte Hauptstadt mit ihren Terrakottaarmee auf uns warten.

Laut, stressig und vor allem günstig. Das ist Einkaufen in China. Heute war ich auf dem berühmten Fake-Markt in Beijing. In der Silk Street bekommt man alles was einen begehrt.

IMG_0998 Von außen sieht das Gebäude ganz unscheinbar aus und man fragt sich wo denn hier der eigentliche Markt sein soll. Doch betritt man das riesige Gebäude wird man fast von der Anzahl der Verkäufer erschlagen. Innen sind nämlich kleine Kabinen, ähnlich wie auf einer Messe, in denen verschiedenste Güter verkauft werden. Über Etagen hinweg kann man hier günstig Markenartikel kaufen. Diese sind natürlich nicht original, jedoch von guter Qualität.

IMG_0994 Stürzt man sich ins Billig-Vergnügen, wird meist schnell klar, dass es sich um keinen Erholungsurlaub handelt. Von allen Ecken wird man von Händlern beschrieen, die ihre T-Shirts, Jacken, Schuhe, Brillen und sogar Nachtsichtgeräte an den Mann bringen wollen. Dabei wird vor allem das sogenannte Chinglish benutzt: „Looky, looky Sir! Very cheapa. Very gooda quality!” Außerdem wird gleichzeitig an der Kleidung gezerrt und geschrien.

IMG_0999 Wenn man nun stehenbleibt, weil man sich doch für etwas interessiert, geht es darum den Preis zu drücken. Verhandeln ist eine harte Sache, aber eigentlich liegt der wirkliche Preis bei unter 30% des genannten. Schuhe kann man so von einem 35€ Schuh auf ca. 5 € runterhandeln. Dann erst wird der Besuch zu einem richtigen Schnäpchen. Wie man diesen Preis erreicht? Kleiner Trick: Man nennt seinen Preis. Der Händler lacht. Und man verabschiedet sich und geht. Dann aufeinmal bekommt man verschiedene Preise von hinten zugerufen, bis man den genannten erreicht hat. Dann dreht man sich um und kauft den Artikel. Ganz einfach.

Ein Besuch in der Silk Street in Beijing ist es dann doch wert. Jedoch zäheren die Verhandlungen und der Lärm an den Kräften. Eine Stunde ist dann auch genug.

Ich geh nicht wirklich oft in den Zoo, aber in Beijing sind zurzeit besondere Tiere zu Gast: Pandabären. Warum nur zu Gast?

Vor ca. eineinhalb Monaten gab es in der Provinz Sichuan ein schweres Erdbeben. Die Menschenopfer werden auf über 80.000 geschätzt und noch immer sind viele vermisst. Die Hauptstadt der Provinz heißt Chengdu und ist vor allem für die größte und bestausgestattete Pandazuchtstation der Welt bekannt. Hier kann außerdem diese, vom ausderben bedrohte, Bärenart beobachten.

Für die Olympischen Spiele 2008 wurde sich nun überlegt die Pandas für die Spiele in die Hauptstadt Beijing zu bringen, sodass die Besucher nicht ins ferne Chengdu reisen müssen um die Pandas zu sehen. Die Idee der olympischen Pandas war geboren.

Gestern machten wir uns nun auf zum Beijing Zoo, der im Nordwesten der Stadt liegt. Die Preise waren sehr erträglich (2,5€ pro Person). Als wir innen drin waren machten wir uns sofort auf den Weg zu den Pandas. Dieser gesonderte Bereich stellte zu den schon vorhanden Pandas in einem neuen Haus die olympischen Pandas aus.

IMG_0172Vorbei an ein paar Gehegen in denen Pandas waren sich aber nicht bewegten, kamen wir an einem Gehege vorbei vor dem sehr viele Menschen standen. Ihre volle Aufmerksamkeit widmeten sie einem kleinen Panda, der auf einen Baum geklettert war. Nun versuchte er IMG_0171 dort wieder herunterzukommen. Dies aber kopfüber. Es war wirklich sehr spektakulär anzuschauen, da immer wieder ein Raunen durch die Menge ging, wenn er drohte abzustürzen. Letztendlich schaffte er es doch und es gab einen Beifall, wie als wäre dies eine Show gewesen.

Dann ging es endlich in das olympische Pandahaus. Hier tollten die Pandas aus Sichuan, da gerade Fütterungszeit war. Die meisten Bären lagen auf ihren Rücken und kauten die Bambusstäbe. Sie waren wirklich sehr aktiv und wieder konnte man eine große Menschenmenge beobachten.

               IMG_0174 IMG_0176

Für mich waren die kleinen Bären wirklich etwas ganz besonderes. Noch nie war ich von so kleinen Tieren so fasziniert.Vielleicht sollte ich wieder öfters mal in den Zoo gehen.

Weiter unterwegs in Beijing. Heute stand Sightseeing auf dem Plan und wir hatten uns wirklich einiges vorgenommen: Eine kleine Tour mit allen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Jedoch merkt man schnell, dass hier doch nicht alles so klein ist wie es auf der Karte scheint.

IMG_0071 IMG_0038 IMG_0966

Los ging es am Platz des himmlischen Friedens (auch Tiananmen genannt), der traurige Popularität durch die Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989 erlangte. Um ihn herum sind nun andere protzvolle Gebäude, die heutige kommunistische Führung repräsentieren. Über allen hängt dann zu guter letzt der gute alte Mao Zedong und wacht über alles. Kaum vorzustellen, dass hier tausende Menschen einst das chinesische Politbüro so ins schwitzen brachten, dass Panzer auffahren mussten. Plötzlich bekamen wir dann doch ein Gefühl dafür, weil schwere Polizeiwagen auffuhren um den Platz temporär zu räumen. Nach einigen Minuten war er auch schon komplett leer. Der Grund für die Räumung konnten wir jedoch nicht ermitteln.

IMG_0089 IMG_0001

Weiter ging es dann durch Gugon, der verbotenen Stadt. Diese Stadt wurde nur für den Kaiser gebaut und durfte nur von ihm und seinen Bediensteten benutzt werden. Unwürdige hatten keinen Zutritt. Das riesige Areal besitzt eine Halle nach der anderen und man ist immer fasziniert wenn man daran denkt wie viele Menschen in der sehr langen Geschichte hier gearbeitet haben müssen. Im hinteren Teil ist ein wunderschöner Garten.

Nach dem Mittagessen stand dann der Himmelstempel auf dem Programm. Dieses Gebiet (riesiger Garten) hatte die Funktion als Ritualstelle zu dienen um den Himmelsgott zu würdigen. Die Gebäude waren handverziert und waren möglichst nah am Himmel gebaut. In sehr alten Zeiten kam sogar der Kaiser aus seiner Stadt um den Himmelsgott anzubeten.

Die letzte Station, etwas außerhalb, war der Sommerpalast. Dieses Areal besteht aus einem künstlichen See und riesigen Tempeln, die dem Kaiser als Sommerdomizil nutzten. Heute strömen tausende Touristen jeden Tag dorthin. Interessant war auch, dass der Sommerpalast schon zwei Mal heruntergebrannt war und wieder aufgebaut wurde. Seinen Urlaub wollte der Kaiser dann schon am See verbringen!

Nach langen Stunden voller laufen, erreichten wir dann endlich den Ausgang des Sommerpalastes. Beijing ist sicherlich einen Besuch wert, wenn man sich für die chinesische Geschichte interessiert. Man bekommt ein gutes Feeling wie die Menschen hier früher gelebt haben müssen. Also wenn ihr mal in Beijing seid, sollten diese vier Ziele nicht fehlen!

Heute morgen machte ich mich auf um einen weiteren Augenzeugenbericht zu verfassen. Dieses mal über den gerade neu eröffneten Flughafenterminal Nr. 3 der extra für die Olympischen Spiele gebaut wurde.

Schon bei der Anfahrt war es atemberaubend das Gebäude hinter der Autobahn erscheinen zu sehen. Die Straße dorthin wurde natürlich auch extra neu gebaut und besticht durch hohen Fahrkomfort (großzügig Platz auf allen Seiten). Das von Sir Norman Foster (entwarf auch die Reichstagskuppel) entworfene Gebäude hat auch sonst riesige Dimensionen: Das neue Terminal hat eine Fläche von mehr als 900.000 Quadratmetern und verfügt über 99 neue Flugzeugabstellplätze. Es ist das bislang größte und teuerste Bauprojekt für die bevorstehenden Olympischen Spiele in Beijing, das auch am frühesten fertig gestellt worden ist. Mit dem Bau ist es schon jetzt als größtes Gebäude der Welt in die Bücher eingegangen.

       IMG_0001 IMG_0005 IMG_0004

Im ganzen Terminal sind verschiedene Kulturgegenstände verteilt, sodass schon bei Ankunft ein kleiner Vorgeschmack gegeben werden kann. Darüberhinaus ist es sehr Geschmackvoll eingerichtet, klar strukturiert und sauber. Natürlich wird mit dem Terminal auch ein Flaggschiff der Veränderungen in China gezeigt. Die moderne Architektur hat mit der traditionellen Bauweise der Chinesen wohl nur entfernt etwas zu tun.

Wenn ich da zurückdenke an meine Ankunft in Beijing, wird mir ganz anders. Der Terminal 2 erinnert an einen alten heruntergekommenen Flughafen irgendwo in den alten Ostblockstaaten. Er entspricht gar nicht mehr den heutigen Standards. Es scheint als hätte die kommunistische Führung ein perfektes Abbild des Landes geschaffen. Hier eine heruntergekommene Anlage und da ein hochmoderner Hafen, auf dem auch zukünftig der A380 landen kann.

       IMG_0008                        IMG_0010

Auch interessant: Auf den riesigen Bildschirmen werden kleine Filmchen über olympische Sportarten gezeigt um die Menschen auf die Spiele vorzubereiten. Diesmal lief ein Film über Judo, indem Regeln und Sport erklärt wurden.

Für mich ist der Flughafen ab heute ein Must-See. Dieses Gebäude war umwerfend. Mein Favorit jedoch bleibt der Burgerking im Terminal, da es der einzige ist den ich bisher in China gesichtet habe. Dann mal guten Hunger!

Wieder in Beijing und diesmal ist es brechend heiß. Als ich noch im Februar in Beijing war erfror ich fast, mit minus zwei Grad, und jetzt traut man sich wegen der Hitze nicht mehr nach draußen.

Knapp eineinhalb Monate vor den Olympischen Spielen holt Beijing kräftig auf. Zuerst habe ich es an der U-Bahn gemerkt. Darüber soll heute auch mein kleiner Beitrag handeln:

IMG_0059 IMG_0067 IMG_0061

Ganze sechs Linien besitzt die Beijinger Subway. Das klingt sehr bescheiden, wenn man daran denkt dass Beijing 15,5 Millionen Einwohner besitzt und der Größe von Belgien entspricht. Jedoch wird im Moment kräftig ausgebaut.

Als ich heute Mittag die U-Bahn nehmen wollte war ich sehr überrascht, da alles sehr modern wirkte. Will man ein Ticket kaufen kann man sich zwischen Automat und Schalter entscheiden. Die Automaten sind sogar auf Englisch. Für was auch immer man sich entscheidet, jede Fahrt, innerhalb der U-Bahn (also auch Transfer), kostet 2 Yuan (ca. 20 Cent). Ein Schnäppchen.

Die Kontrollen, um in die U-Bahn zu kommen, sind nach dem englischen Prinzip aufgebaut. Man bekommt eine Karte mit der man durch eine Schranke gehen kann und wenn man die U-Bahn wieder verlässt, muss man die Karte wieder abgeben. Dieses geschlossene System hat einige Vorteile und die Beijing scheinen es auch anzunehmen. Auch überraschend: Es ist sauber in den Stationen. Kein Müll und keine spukenden Menschen (größtes Problem von Chinesen).

IMG_0062 IMG_0065 IMG_0066

In der U-Bahn dann selbst, kann man neue und moderne Technik bestaunen. Eine leuchtende Karte zeigt an wo man sich gerade befindet und so ist es spielend leicht sich zurechtzufinden. Das wird noch unterstützt durch die englischen Ansagen. An den Seiten sind außerdem kleine Bildschirme angebracht, die erklären wie man richtig Tickets kauft. Besonders angetan haben es mir dann die Stangen an denen man sich festhalten kann. Sie teilen sich nämlich in drei Halterungen auf, sodass mehr Platz für die halt suchenden Hände bleibt. Genial!

IMG_0064 IMG_0060 IMG_0063

Nur das lästige Drängel Problem konnte noch nicht gelöst werden. Sobald sich die Tür öffnet, strömen Menschen hinein, aber auch gleichzeitig heraus, sodass es ein großes Gedränge gibt. Kinder, das muss doch nicht sein!

Man muss zugeben, dass es noch es noch nicht wirklich einen international bekannt Interpret aus China gibt. Dennoch hat auch China eine lange Tradition an Musik und ist wohl auch ein aufstrebender Markt im Musikbereich. Leider gibt es aber auch immer noch Probleme mit der Durchsetzung von Copyrights.

DSC_0836 Schon früh fanden Archäologen in den Gräbern der Shang-Dynastie Musikinstrumente, was auf eine lange Geschichte der traditionellen chinesischen Musik hinweist. Neben Erhu, einer zweiseitigen Fiedel, gehören auch noch verschiedene Flöten ins Repertoire der traditionellen chinesischen Musikinstrumente. Auch in alten konfuzianischen Texten werden Musik als wichtiges Element angesehen. Jedoch ist die chinesische Musik heute meist durch andere Themen bekannt.

img_0574 Die chinesischen Opern unterscheiden sich grundsätzlich von den europäischen. Jedoch wird auch hier gesungen und gespielt, aber alles auf chinesisch. Was in Beijing eine große Touristenattraktion ist, wurde früher von wandernden Unterhaltungskünstlern in Teehäusern aufgeführt und besitzt in China über 300 Formen. Jedes Mal ist es jedoch ein faszinierendes Schauspiel aus Schminke, Akrobatik und Kostümen.

800px-Tang_Dynasty_playing_in_Xian In den 80 Jahren schwabte dann auch die Popwelle nach China. Durch Hong Kong-Stars wie Aaron Kwok oder Kelly Chen erhielt auch die chinesische Musikindustrie einen enormen Aufschwung. Die besungenen Lieder handeln oft von Herz und Schmerz mit weichen Melodien. Jedoch entwickelte sich in den 90ern auch eine Rock-Szene und das Land wurde mit harten Bands wie Tang Chao, die erste echte Heavy-Metal-Band des Landes oder die Punkbands wie Underground Baby beschallt.

P3160157 Heute plagt die Industrie, wie auch auf der ganzen Welt, das Problem des Urheberschutzes. Wenn man abends eine belebte Straße aufsucht, findet man oft Händler die gebrannte CDs anbieten. Obwohl die Regierung mit neuen Gesetzen versucht dies zu unterbinden, scheitert es meist an der Ausführung. Das Unrechtsbewusstsein bei den Konsumenten ist dabei nicht sehr ausgeprägt, sodass immer fröhlich weiterkopiert wird.

Es bleibt abzuwarten ob China es schaffen kann auch international in der Musikszene etwas melden zu können. Obwohl noch viele Kinderkrankheiten, holt auch dieser Zweig kräftig auf.

Nach einer Nacht in einem Yurt (gut geschlafen) machten wir uns am Morgen auf den Weg zur Kubuqi Wüste. Die Fahrt war sehr anstrengend, weil wir 400 km in einem viel zu kleinen Bus mit viel zu vielen Chinesen fahren mussten. Als wir durch die innere Mongolei fuhren konnten wir uns kaum vorstellen, dass sich in dieser Gegend eine Wüste mit Sand befinden sollte. Daher waren wir umso mehr überrascht als wir am Areal ankamen. Mitten in der Steppe lag die Kubuqi Wüste. Sie erstreckt sich über 400 Kilometer Länge, ist aber lediglich 15 bis 50 Kilometer breit (je nach Wind).

hhkarte2

IMG_0086 Wieder einmal wirkte die ganze Anlage ein wenig wie ein Freizeitpark, da am Eingang Touren in verschiedene mit verschiedenen Vehikeln (Strandbuggy, Quad oder auch Kamelen) angeboten wurden. Im Endeffekt entschieden wir uns für eine Wüstentour mit dem Buggy. Bevor es losging bekam wir jedoch lustige Stiefelüberzüge, sodass der Sand nicht eindringen konnte IMG_0102(wie sich herausstellte ein Touristengag, da der Sand sehr wohl durchkonnte). Die Fahrt erinnerte dann letztendlich an einen Jahrmarkt, denn der Fahrer heizte durch die Dünen wie in einer Achterbahn. Spaß hat es dann doch gemacht!

IMG_0111 Danach blieb uns etwas Zeit für eine Wüstenwanderung. Wir machten uns auf in durch den riesigen Sandkasten zu wandern. Es war unglaublich, denn der Sand war wirklich so wie ich ihn im Fernsehen gesehen und immer vorgestellt hatte. Sehr, sehr fein. Die Dünen zu bewandern war gar nicht so einfach, da man sehr wenig halt im Sand fand. Auf den Dünen ging dann ein Kräftiger IMG_0105Wind und man konnte die feinen Rillen im Sand sehen. Man konnte sogar beobachten wie die Fußspuren nach einigen Minuten völlig vom Sand verweht wurden und man nicht mehr ausmachen konnte woher man eigentlich kam. Außerdem konnten wir einige Tiere beobachten.

Nach einer Stunde, völlig erschöpfenden Laufen und viel Wassertrinken gingen wir zurück zum Camp um von dort wieder zurück nach Hohhot zu fahren. Das Spektakel in der Wüste wird mich sicher noch lange in Erinnerung bleiben und der Ausflug als ein Highlight in meinem Tagebuch markiert.

IMG_0097

Übermorgen geht es dann weiter nach Beijing in dem ich noch spannende Berichte aus der Hauptstadt schreiben werde.

Weiter geht’s auf meiner langen Reise durch China. Ich bin immer noch in der inneren Mongolei und habe mich diesmal aufgemacht die Weiten des mongolischen Graslandes zu erkunden.

hhkarte1

Heute Morgen um sieben Uhr ging es los. Obwohl noch sehr müde (wir waren schon um 3 Uhr nachts wach um das Deutschlandspiel zu sehen) traten wir die zwei Stunden lange Fahrt von Hohhot bis nach Xilamuren (siehe Karte) ins mongolische Grasland. Wir fuhren IMG_0007ca. 150 km nord-westlich und erreichten dann ein kleines Yurtencamp abgeschieden von jeglicher Zivilisation. Der Anb lick war wunderschön. Um uns herum weit und breit nur Grasland. Kleine Berge erhoben sich, aber sonst nur Graslandschaft weit und breit. Währenddessen ging ein kräftiger Wind, aber wir hatten Glück (im Gegensatz zu den Tagen davor) gab es keinen Regen sondern Sonnenschein.

IMG_0027Da die ganze Tour von einer Agentur geplant war, wurde uns angeboten mit Quads durch die Gegend zu fahren. Das war etwas teuer, aber 35€ für dreieinhalb Stunden war es uns dann doch wert. Für die erste Stunde machten wir eine geführte Tour durch die Graslandschaft und sahen Steinwälle (die beten Mongolen an), eine wunderschöne Sumpflangschaft und wir w aren kurz zu Besuch bei einer traditionellen mongolischen Familie bei der wir kleine Snacks und Ziegenmilch zu trinken bekamen. Die letzten zweieinhalb Stunden verbrachten wir dann damit durch die weiten Felder der Graslandschaft zu brettern. Mit Quads macht das unheimlich viel Spaß, denn im Gegensatz zu Deutschland, IMG_0031konnte man einfach durch die Landschaft fahren und musste nicht auf speziellen Wegen bleiben. So fuhren wir einfach querfeldein. Die Strecke war nicht immer eben, sodass wir am Ende ziemlich durchgeschüttelt wieder zu Camp zurückkehrten und dort Mittag aßen.

IMG_0046-1Danach durften wir in unser Yurt einziehen. Ein Yurt ist ein traditionell mongolisches Zelt. Innen drin ist recht viel Platz und es warteten schon Decken und Kissen, für eine ruhige Nacht, auf uns.

Am Nachmittag fanden dann kleine Vorführungen von den mongolischen Einwohnern statt. Leider etwas touristisch angehaucht, wurde uns mongolisches Ringen vorgeführt.

IMG_0045Am Abend gab es dann wieder von der mongolischen Küche angehauchtes Abendessen, was gar nicht mal schlecht schmeckte. Dazu bekamen wir auch den traditionellen Schnaps Hada gereicht, der mir aber nicht so gut schmeckte. Im Hintergrund „durfte“ man den traditionellen Klängen von mongolischen Sängern zuhören, die jedoch sehr an schlechte Popmusik erinnerten. Nach dem Essen zogen wir dann in ein größeres Zelt um. In diesem ging die Show dann weiter: Frauen führten Tänze in traditionellen IMG_0071 Trachten auf und sangen Songs. Als es drohte noch schlimmer zu werden (die Show war eindeutig für Touristen aufgelegt und hatte, wenn überhaupt, nur entfernt etwas mit der mongolischen Tradition zu tun) gab es plötzlich einen Knall und der Strom war weg. Das kam uns gerade recht und wir machten uns ab in unser Zelt. Leider zog dann auch schon wieder ein Gewitter auf und man konnte k aum die Augen schließen durch den lauten Donner.

Jedoch war es ein aufregender Tag und wir hoffen, dass der nächste Tag genau so gut wird. Dann fahren in die Kubuqi Wüste um ein bisschen Sahara-Feeling zu schnuppern. Bis dahin und gute Nacht.

Jetzt habe ich gerade mal Hohhot in Google eingegeben und kann meinen Bericht auf Platz drei finden. Entweder ist er so gut, dass viele Leute ihn gelesen und darauf verlinkt haben oder Webnews ist einfach nur sehr gut Search Engine (SEO) optimiert. Ich denke mal es ist eine Kombination aus beiden ;-) .

googleranking

Ist das bei euch auch so? Oder nur bei mir…?

Nächste Seite »