„Ching, Tschong!“ So hört sich wohl für jeden Fremden die chinesische Sprache an. Jedoch hat sie noch einige Eigenarten die man erst auf den zweiten Blick sieht. Ich habe jetzt seit einem halben Jahr Chinesisch gelernt und kann bisher immer noch nicht viel sprechen. Trotzdem möchte ich euch in ein paar Eigenarten einweihen.
Die offizielle Sprache der Volksrepublik China ist der Dialekt der in Beijing gesprochen wird. Jedoch gibt es noch einige Dialekte die von Minderheiten benutzt werden. Da gibt es Mandarin (Hochschineisch), Kantonesisch (in Hong Kong), Wu (Shanghaiisch), Minnan (Hong Kong-Taiwanesisch)usw. Insgesamt könnte man einige Sprachen lernen wenn man in betroffene Gebiete fährt. Jedoch in man in ganz China meist gut mit der Hochsprache Mandarin bedient. Spricht man es richtig aus sollten auch die Minderheiten über ihren Dialekt hinwegsehen.
Häufig wird Chineisch als Sprache aus Bildzeichen charakterisiert. Tatsächlich erinnern viele an ein Bild. Aber tatsächlich sind rund 90% Zusammensetzungen. Es existieren rund 56 000 dieser Schriftzeichen, aber im Allgemeinen kennt und verwendet heute ein gebildeter Chinese zwischen 6000 und 8000 Schriftzeichen. Wer eine chinesische Zeitung lesen möchte muss 2000 beherrschen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sie gar nicht man einfach sind. Man muss sie in einer bestimmten Reihenfolge zeichnen und muss auch die Anzahl der Striche richtig machen. Manche Zeichen haben bis zu 13 verschiedene Striche.
Um das ganze zu Vereinfachen und für nicht verstehende verständlich zu machen gibt es Pinyin. Ein System mit dessen Hilfe die Sprache sich in lateinische Buchstaben darstellen lässt. Es wird oft auch unter die Schriftzeichen geschrieben, damit die Touristen es wenigsten lesen können. Aber damit kommt man auch schon nächsten Problem:
Chinesische ist eine tonale Sprache. D.h. gleiche Wörter können etwas anderes bedeuten wenn man sie mit einer anderen Betonung ausspricht. Es gibt vier verschiedene Töne die auf die Vokale gesetzt werden. Z.b. das kleine Wörtchen „ma“. Spricht man es fragend aus heißt das Wort Hanf. Es kann anders ausgesprochen aber auch Mutter, Nummer, Pferd oder treten heißen. Demensprechend kann es vorkommen, dass man jemand beleidigt, obwohl man nach seiner Telefonnummer fragen will. Sehr verwirrend, aber manchmal hört es sich so an als würden Chinesen singen.
Ich kann selber nicht viel Chinesisch sprechen, geschweige denn die Töne auseinanderhalten. Für westliche Sprechende ist die Sprache wohl schwer zu lernen. Andere, wie zum Beispiel Koreanisch sprechende, ist es ein bisschen einfacher. Richtig sprechen lernt man wohl nur hier in China. Dazu braucht man aber bestimmt mindestens ein Jahr. Es lohnt sich jedoch auf jeden Fall, da Chinesisch noch immer die meistgesprochene Sprache der Welt ist.
Heute habe ich eine gute Investition getätigt. Ich habe mir einen Regeschirm für 1,5€ gekauft. Den habe ich gerade bitter nötig, da Hohhot gerade im Wasser versinkt. Es regnet ununterbrochen…
Aber ich war trotzdem draußen um die Hauptstadt der inneren Mongolei zu erkunden: Hohhot ist die im 16. Jahrhundert von Altan Khan gegründete Hauptstadt der Inneren Mongolei. Sie hat ca. 1,14 Millionen Einwohner und ähnelt einer eher tristen, aber recht wohlhabende, kosmopolitische Industriestadt. Hohhot bedeutet auf Mongolisch "blaue Stadt" und ist vor allem für ihre zahlreichen Tempel bekannt.
Zuerst ging es los zu der Wuta-Pagode. Diese vom indischen Baustil beeinflusste Pagode wurde 1732 vollendet. Es war wirklich eindrucksvoll sie unter den ganzen Gebäuden zu entdecken. Besonders die mongolische Sternenkarte war interessant. Aber auch die vereinzelten Verzierungen an den Mauern haben wieder einmal demonstriert, dass hunderte Personen beim Bau beteiligt gewesen sein müssen. Einfach unglaubliche Detailarbeit.
Danach ging es zur islamischen Moschee in der Altstadt. Besonders beindruckt hat mich der Baustil der überhaupt nicht an irgendwelche arabischen Gebäude erinnert hat. Es war komplett chinesisch. Immer wieder erstaunlich wie Religionen sich in eine fremde Gesellschaft einfügen können. Leider durften wir die Gebetshalle nicht betreten.
Zum könnenden Abschluss des Abends aßen wir Feuertopf. Dieses typisch mongolische Gericht soll nach der Legende in einem Soldatenhelm seinen Ursprung gefunden haben. Heute ist es eine Spezialität in Hohhot. Im Grunde ist es nur eine großer Pot der auf eine Herdplatte gestellt wird. Der Pott ist in zwei Kammern unterteilt in denen sich unterschiedliche Brühen befinden. Sie haben
unterschiedliche Geschmacksrichtungen und sind mit Chili und Knoblauch gefüllt, daher beide sehr scharf. Sobald die Brühe kocht schmeißt man Hammelfleisch, Kartoffeln, Nudeln oder andere Arten von Fleisch und Gemüse dazu. Nach ein paar Minuten zieht man den Zusatz wieder heraus und isst es. Das Fleisch oder Gemüse hat sich zu dem Zeitpunkt mit der Brühe vollgesaugt und ist danach sehr scharf. Zusätzlich trinkt man süßen Tee oder auch andere Getränke wie Bier.
Es war sehr lecker aber auch scharf. Im Endeffekt spürt man seinen Mund nicht mehr und weiß auch nicht was man überhaupt isst. Das Bier war wie immer gut, da es auch Qingdao kommt und nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wird.
Ein regnerischer und zuletzt auch heißer Tag geht zu Ende. Morgen geht es auf in die Wildnis um das mongolische Grasland zu erkunden. Weiterhin darf man gespannt sein, was ich da erlebe!
Auf meiner Reise durch China war ich heute mit dem Zug von Qingdao nach Beijing unterwegs. In Beijing mache ich einen kleinen Zwischenstopp auf meinem Weg in das inner mongolisch gelegene Hohhot.
Heute um 13:00 Uhr ging es los. Noch schnell die letzten Sachen gepackt bevor es auf große Reise geht. Am Bahnhof ging es dann ganz schön zu, denn im Gegensatz zu deutschen Bahnhöfen werden hier Gepäckkontrollen durchgeführt. Eigentlich sehr löblich, aber aufhalten tut es dann doch ein wenig. Danach kamen wir in eine riesige Wartehalle, da man erst zur richtigen Zeit den Bahnsteig betreten darf.
Wir nahmen den K54 Richtung Beijing. Eine sechsstündige Fahrt mit einem Zug vergleichbar mit dem ICE. Nur die Preise waren etwas besser. 23€ für 800 km Fahrt.
Als ich aus dem Fenster sah, konnte man wirklich erstaunliche Sachen beobachten. Als wir durch Wiesen und Felder rasten, fielen mir immer wieder Bauern auf, die auf primitivste Weise das Land bearbeiten. Als wäre die Zeit stehengeblieben, gab es Tiere die den Pflug durch das Feld zogen und Bauern die per Hand ernteten.
Das zweite Erstaunliche, und wohl im Moment übliche Spektakel in China, ist der Bauboom. Für Kilometer konnte ich Pfeiler sehen, die aus dem Boden ragten. Nach kurzer Zeit wurde dann klarer, dass hier eine neue Autobahnstrecke gebaut wird. Hier auch wieder das gleiche Bild: Mit teilweisen primitiven Methoden werden Steine gemeißelt, Gerüste gebaut und Löcher ausgehoben. Teilweise erschreckte mich auch die Organisation auf den Baustellen, die sich gegen Null bewegte. Arbeiter die im Schlamm gruben und hier und da mal wieder etwas Baumaterial.
Als wir dann in Beijing ankamen wieder ein typisch chinesisches Bild. Menschen drängelten und alles platze aus allen Nähten. Morgen geht es weiter nach Hohhot. Vielleicht das etwas andere China. Wir werden sehn…
Ich gehe auf große Reise. Nachdem 3 Monate in der Küstenstadt Qingdao zum studieren verbracht habe, geht es jetzt mal ins innere des Landes. Ich hoffe ich werde vieles sehen, von riesigen Bauten über wunderschöne Natur und Megacity. Hier mal meine Reiseplanung:
Morgen geht es los nach Hohhot. Nach einem kurzem Zwischenstopp in Beijing sollten wir dort am übernächsten Tag ankommen. Hohhot ist die Hauptstadt der inneren Mongolei. Sie ist vorallem für die Grasslandschaft und die Wüste Gobi bekannt. Wir werden versuchen beides zu erkunden.
Vier Tage später geht es dann nach Beijing, dass ich dieses Mal etwas ausgiebiger erkunden will. Eine Woche habe ich Zeit um die großen Ziele, wie große Mauer, Platz des himmlischen Friedens und den Sommerpalast zu besichtigen. Natürlich ist mein Laptop immer dabei und meine Erfahrungen werden gleich hier veröffentlicht.
Danach geht es weiter in die kleine Stadt Pingyao. Sie gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und soll noch stark an die Zeiten der Hochkultur Chinas erinnern. Man sagt die Zeit wäre dort stehengeblieben.
Nach zwei Tagen geht es aber dann gleich weiter in das berühmte Xi’an. Die ehemalige Hauptstadt Chinas beheimatet natürlich die Terrakotta Armee. Ein Spektakel für jeden Touristen.
Von Xi’an geht es dann weiter zur Stadt Luoyang. Diese ist durch ihre Nähe zu den Shaolin Tempel und den Longmen Grotten bekannt. Hoffentlich lässt sich etwas von dem Spirit auffangen.
Mit dem Zug geht es dann weiter nach Yichang. Diese Stadt liegt in der Nähe des Dreischluchtenstaudammes. In Yichang werde ich ein Kreuzfahrtschiff betreten auf dem ich dann 600 km flussaufwärts nach Chongqing fahren werde. Unterdessen erhoffe ich mir Geisterstädte zu sehen, die vom Wasser des Staudammes überflutet wurden.
Per Flugzeug landen wir dann in Guilin wo wir nach einer kurzen Fahrt über den Li River die Reisfelder und die Natur ansehen werden.
Nach kurzem Naturshock geht es in die Megacity Shanghai. Dort lässt sich alles erkunden was eine Megacity zu bieten hat. Wolkenkratzer, Börsenboom aber auch Armut. Sicherlich wird der Kontrast zu den vorherigen Zielen interessant.
Soweit meine Reiseplanung. Ich hoffe ich kann euch demnächst auf eine spannende Reise durch China führen und meine neusten Eindrücke für euch aufschreiben.
Ich habe schon viele Chinesen getroffen die in Deutschland waren, sogar dort mal studiert haben. Aber wenn ich sie nach dem deutschem Essen frage kommt immer die gleiche Antwort: „Ich vermisse das deutsche Essen nicht wirklich, nur ein Döner wär vielleicht mal wieder gut.“ Diesen Chinesen kann jetzt geholfen werden, denn vor einem Monat eröffnete der erste türkische Imbiss in Qingdao.
Leider etwas spät, aber ich habe ihn entdeckt. Am Samstag verlasse ich Qingdao und habe jetzt endlich eine sehr leckere Alternative zum chinesischen Essen gefunden. Istanbul – Türkisches Restaurant hat vor einem Monat eröffnet und wird betrieben von Serdal, der in Stuttgart elf Jahre lang gelebt hat und auch deutsch spricht.
Am Sonntag betrat ich das Restaurant zum ersten Mal und ich hatte gleich diesen riesigen Dönerspieß ins Auge gefasst. Den dazugehörigen Döner gab es für umgerecht 1,5€. Während ich diesen aß, konnte ich mich sehr unterhaltsam mit dem Besitzer unterhalten.
Er selber ist Deutsch-Türke der in Stuttgart zwei Dönerbuden besitzt. Dort wurde er auch von einem Chinesen angesprochen, der ihm vorschlug nach Qingdao zu kommen, weil es dort kein türkisches Restaurant gab. Er habe kurz überlegt und war dann dabei. Zwei Monate später stand die Bude in einem Foodcourt eines Einkaufzentrums und wurde eröffnet. Der Chinese ist jetzt sein Geschäftspartner.
Erstaunlich ist, dass Serdal kein Wort chinesisch spricht, aber super zurechtkommt. Seinen Mitarbeitern muss er zwar alles zehn Mal erzählen, aber im Endeffekt klappt alles. Er bereitet täglich das Brot und den Spieß selber vor. Den Grill hat er sich aus Deutschland mitgebracht. Natürlich hat er auch Gabeln und Messer mitgenommen, aber die waren schon nach fast einer Woche komplett verschwunden. Dem Anschein nach finden die Chinesen das Silber so faszinierend, dass sie es mitnehmen. Nach seiner Erfahrung wüssten die Chinesen sowieso noch nicht wie man Döner esse. Meist verlangen sie nach Stäbchen und picken dann das Fleisch aus dem Brot. Er will nun in ein paar Wochen eine Gebrauchsanweisung zum Döneressen aufhängen.
Auf jeden Fall war der Döner sehr lecker. Fast sogar besser als in Deutschland. Nach Monaten von Reis kann man sich immer auf einen Döner verlassen. Döner macht in China halt auch schöner!
Am heutigen Tag des 8. Juni, feiert die Chinesische Bevölkerung das Drachenboot Festival. Dieses fällt auf den fünften Tag des fünften Monats und wird auch „Duanwu”- oder „Doppel-Fünf”-Fest, auch „Drachenbootfest” genannt. Er ist zusammen mit dem Frühlingsfest und dem Mitherbstfest einer der wichtigsten Festtage.
Hier in Qingdao bekommt man nicht viel mit, außer dass es Feiertag, da es ein Fest ist das hauptsächlich im Süden des Landes zelebriert wird. Trotzdem wollen wir mal einen Blick auf dieses Spektakel werfen:
Nach einer Volkssage geht dieses Fest auf die versuchte Rettung von Qu Yuan (475-211 v. Chr.) zurück, der sich wegen einer Auseinandersetzung mit dem Kaiser im Fluss Miluo ertränkt haben soll. Die Fischer ruderten auf dem Fluss hin und her, um nach ihm zu suchen. Um ihn vor Wassertieren zu schützen, warfen die Leute Reisklößchen, Eier und andere Nahrungsmittel in den Fluss. Ein alter Arzt brachte ein Gefäß Xionghuang-Wein herbei und goss ihn in den Fluss, um die Wassertiere zu betrinken.
Am heutigen Tag werden zur Feier des Tages Drachenboot-Rennen auf verschiedenen Seen abgehalten. Dazu Essen die Chinesen Zongzi . Diese erinnern an die Reisklöße, die man in den Fluss geworfen haben soll, damit die Fische nicht den Leichnam von Qu Yuan fressen. Diese Zongzi sind Klöße aus Klebreis, eingewickelt in Bambusblätter, mit verschiedenen Füllungen wie z.B. Datteln, süßem Bohnenbrei, Schinken, Krabben, Erdnüssen und Eigelb.
Ich durfte selber heute diese lustig aussehenden Pakete essen und muss sagen, dass sie gar nicht mal so schlecht schmeckten. Auch im Fernsehen konnte ich die atemberaubenden Bilder der Drachenbootrennen miterleben. Schade dass ich nicht dabei war!
Gestern kam ich aus meinem Wohnheimgebäude und fragt mich wirklich: Was ist den hier los? Vor einem Unigebäude standen ca. 300 Leute und warteten auf den Einlass. Nach kurzen Gespräch mit den Wartenden konnte ich in Erfahrung bringen: Gai kao shi le! – Es ist zeit für Examen!
Ab gestern morgen hat die größte Aufnahmeprüfung der Welt begonnen. 10,5 Millionen junge Chinesen nehmen an der nationalen College Aufnahmeprüfung (CEE), auch ehrfürchtich "gaokao" genannt, teil. Die Examen dauern drei Tage und sind bei chinesischen Schülern sehr gefürchtet, da sie über ihre akademische Laufbahn entscheiden. Für viele ist die Universität ein langgehegter Traum und für manche ein Schritt in ein neues Leben.
Die jährliche Veranstaltung wird stark von den Autoritäten überwacht um Unregelmäßigkeiten auszuschließen. Sogar Überwachungskameras werden eingesetzt. Vor dem Gebäude stehen die Eltern mit ihren Kindern und wünschen ihnen Glück, denn meist setzt die ganze Familie ihre Hoffnungen auf den Schüler. Die Schüler sind auf den Test gut vorbereitet. Sie haben Proviant und Stärkungsmittel dabei.
In der Zeitung teilte das Bildungsministerium mit, nur 5,99 Millionen der 10,5 Millionen Teilnehmer wären in der Lage die Prüfungen fürs College zu bestehen.
Doch auch hier sind die Wirkungen nach dem furchtbaren Erdbeben noch spürbar. Schilder weisen auf Fluchtwege hin und es gibt Übungen zur richtigen Evakuation. Des Verantwortlichen liegt jetzt wohl das Leben der Schüler am nächsten.
Tickets für die Olympischen Spiele zu erwerben war noch nie einfach. Zwar ist es dieses auch mein erstes Mal aber war es noch nie so schwer für mich Tickets für ein Großevent zu ordern.
Es gibt 7 Millionen Tickets, davon sind 50% für Sponsor en und Offizielle reserviert. Die Anderen 50% gehen an das Publikum. Dabei gibt es 240 Preiskategorien, insgesamt sind die Preise sehr günstig (beginnend von 5€ bis 250€) und auch für das chinesische Publikum nicht zu teuer. Unterschiedliche Preise für Chinesen und Ausländer gibt es nicht. Der Ticketverkauf wird in 4 Phasen unterteilt in denen verschiedene Kontingente für Tickets freigegeben werden. Dies begann bereits im Januar.
Leider gelten diese Regeln nur für Chinesen. Für Deutsche sieht das ganz anders aus. Schon im August letzten Jahres kamen die ersten Berichte, dass Deutschland von den 35.000 zustehenden Tickets nur die Hälfte zugeteilt wurden. Demnach war es damals schon schwer Tickets zu erwerben. In Deutschland kommt jedoch hinzu, dass die Tickets nur über den Reiseveranstalter DERTour gebucht werden können. Diese sind vom deutschen NOK dazu exklusiv beauftragt worden.
Im Moment möchte ich selber noch Tickets bestellen. Leider sind die im regulären Verkauf schon lange ausverkauft. Da ich mich derzeit in China aufhalte, würde ich sie natürlich gerne hier erstehen. Das ist leider nicht möglich, ich muss mich an mein Heimat NOK wenden. Diese hat die Ticketvergabe an DERTour abgedrückt. Das Problem ist, dass DERTour nicht gut genug auf den Ticketverkauf vorbereitet ist. Es gibt zwar eine Website auf der zu unregelmäßigen Zeiten eine Restkarten-PDF-Datei veröffentlich wird, jedoch ist das bestellen ein einziges Chaos. Die Plattform von DERTour entspricht nämlich nicht den heutigen Webstandarts. Man muss erst mühsam ein PDF Formular ausdrucken, dieses handschriftlich ausfüllen und dann wieder per Fax oder Email zurückschicken. Der Clou: Man weiß nie wann die Restkarten aktualisiert werden. Täglich sitze ich jetzt vor meinen PC um dieses PDF Dokument zu aktualisieren. Werden neue Tickets ausgegeben muss ich schnell sein. Ausdrucken, einscannen und zurückschicken. Jedoch ist danach nicht Mal klar ob ich die Tickets bekom men habe, da mir keine Bestätigung zugeht. Erst wenn die Tickets bei mir zu Hause angekommen weiß ich sicher, dass ich diese erworben habe oder eben nicht. Meist sind die Reskarten in einigen Minuten wieder ausverkauft.
Ich frage mich warum der Ticketskauf so kompliziert gestaltet wurde. Welcher geniale Kopf hat dieses System für 15.000 Tickets gewählt? Genauso gut könnte man diese Tickets auch über eBay verkaufen. Das wäre wahrscheinlich kostengünstiger und effektiver
Wenn man in China früh aufsteht kann man meist nicht nur einen spektakulären Sonnenaufgang beobachten, aber auch die unzähligen Chinesen die in den Parks Tai Chi praktizieren. Dabei merkt man wie die Jahrtausend Jahre alte Geschichte und ihre einzigartige Kultur die Chinesen noch immer beeinflusst.
Tai Chi Chuan ist ein chinesisches meditatives Bewegungssystem. Es wird jedoch auch zu den Kampkünsten gezählt. Es kann als "höchstes Prinzip des Faustkampfes" übersetzt werden. Im Tai Chi wirkt die Lebenskraft (chinesisch „Chi ") sowohl als Kraftquelle im Alltagsleben, als auch zur Bereitstellung Energiemengen in lebensbedrohenden Notwehrsituationen. Die Bewegungen ahmen dem Kampf zwischen Kranich und einer Schlange nach.
In den Parks versammeln sich meist morgens Grüppchen um Tai Chi zu praktizieren. Es sind alte aber auch Junge Menschen dabei die versuchen Perfektion in dieser Bewegungssportart zu erreichen. Da es verschiedene Formen gibt praktizieren Manche es mit einem Schwert und mache mit Fecher. Es gibt jedoch einige Formen und Style die öfters vorkommen als andere. Das ist wiederrum durch die Entwicklung während der Geschichte zu erklären. Viele praktizieren diese Art von Bewegungsmediation auch, weil sie ganz offiziell als „gut“ von der Regierung anerkannt wird.
Im Rahmen meines Studiums kam ich auch in den Genuss die 24 Formen des Peking-Style Tai Chis zu erlernen. Jede Woche bekam ich 2 neue Formen beigebracht. Nach 3 Monaten, sollte ich jetzt eigentlich in der Lage sein diese auszuführen, jedoch bin ich tatsächlich noch sehr weit entfernt davon. Ich weiß zwar die Bewegungsabläufe aber zur Perfektion sind noch viele Jahre Training nötig. Vom Qi spüre ich leider bisher noch nichts. Besonders schwer ist es die Bewegungen in einem Fluss auszuführen und dabei nicht zu vergessen wo es als nächstes weitergeht.
Im Großen und Ganzen war es eine sehr interessante Lehreinheit. Noch nie habe ich mich mit Meditation und Bewegung so intensiv beschäftigt. Toll ist auch, dass Tai Chi Chuan eine lange Geschichte hat und man durch ein wenig Einlesen auch viel mehr über die chinesische Kultur erfährt. Meine Empfehlung: Unbedingt mal ausprobieren!
Und wenn hier kann man auch noch sehen wie es aussieht:
Das Internet in China hat viele Facetten. Sie sind so zahlreich, dass es wohl schwerfallen wird alle in einen Artikel zu packen. Jedoch will ich ein paar Keypoints ansprechen:
“ZENSUR!!!” – Ist das erste was einem Einfällt über das Internet in China. Im Internetgeschehen ist das jedoch eigentlich nur zweitrangig. Ausländische Webseiten werden nicht so häufig von chinesischen Internetusern angesteuert und gerade diese sind zensiert. Wenn ein kritischer Artikel veröffentlicht wird braucht die Staatsmacht meist ein paar Tage bis er wirklich verschwindet. In der Zeit haben ihn die meisten dann schon gelesen. Natürlich gibt es auch größere Einschränkungen, aber auf langer Sicht kann nicht jede Information kontrolliert werden, da Internet ist zu groß ist.
China ist ein großes Land mit 1,3 Milliarden Menschen. So langsam spiegelt sich das auch in den Userzahlen im Internet wieder. Heute sind schon 220 Millionen Chinesen online und es werden immer mehr. Mit einer Wachstumsrate von 23% im Jahr wird China im nächsten Jahr die USA mit den meisten Internetusern überholen.
Chinesen spielen gern. Doch entgegen den großen (oder auch kleinen) Nachbarn Japan und Korea, besitzt nicht so viel Geld für einen eigenen PC oder Konsole. Jedoch ist eine ausgebreitete Freizeitbeschäftigung in Internetcafés zu gehen und zu spielen. Z.B das Onlinegame World of Warcraft. Hierzulande sind schon 1,6 Millionen Spieler registriert und es werden immer mehr.
“Was in anderen Ländern klappt, klappt auch in China”. Getreu diesem Motto haben sich einige Internetunternehmer pfiffige Internetideen geschnappt und kopiert. Manchmal funktionieren die Ideen sogar besser als in anderen Ländern, da hier die
Sprachschwierigkeiten eine große Rolle Spielen. In China ist z.B. nicht Google die dominierende Suchmaschine, sondern die auf c hinesisch Schriftzeichen basierende Suchmaschine Baidu.com. Genauso sieht das auch bei eBay aus, die in China vergeblich versucht haben ihr Glück zu finden. Taobao ist der marktführende Internetmarkplatz mit mehreren tausend Mitgliedern.
“Was in anderen Ländern nicht klappt, klappt in China”. Getreu diesem Motto gibt es aber auch Geschäftsideen die in China gut funktionieren und in anderen Ländern gescheitert sind. So zum Beispiel das Phänomen der Tuangao. Hier finden sich Menschen im Internet zusammen die dann in der realen Welt unerwartet bei
einem Händler auftauchen und einen Massenrabatt erzwingen. Die durch diese Gruppeneinkäufe erreichten Nachlässe garantieren meist für einen weitaus niedrigeren Kaufpreis als der normale Einkaufspreis. Ein weiteres Beispiel ist die Plattform Alibaba.com, die die weltweit größte Business-to-Business Plattform in Internet darstellt. Hier können Unternehmen ihre Geschäfte mit anderen unternehmen abwickeln.
In China würde man sagen, dass das Internet den Naturgesetzen des Ying und Yang folgt. Es gibt gutes und böses. Risiken und Chancen. Aber für viele wird es, wie ganz China, wohl sehr fremd bleiben. Obwohl das Internet die Welt kleiner gemacht hat, ist es schwer diesen unentdeckten Part zu entdecken, da die Sprachprobleme einem einiges abverlangen.
