1. Chinesen Essen immer Reis
Nudeln haben in China mindestens eine genauso wichtige Rolle wie
Reis. Übrigens gibt es über ein Dutzend von Sorten. Diese werden meist frisch direkt in den Topf gelegt. Und wenn man sich jetzt noch überlegt, dass die Chinesen die Nudeln erfunden haben, kann man dieses Klischee auch gleich in den Mülleimer packen.
2. Chinesen können kein R aussprechen.
Die Chinesen haben sehr wohl ein R in ihrer Sprache und dieses wird auch hauptsächlich im Norden benutzt (z.b. von den Beijingern). Jedoch wird es nicht so rau wie in der deutschen Sprache benutzt.
3. Alle Chinesen sehen gleich aus
Das ist was die Chinesen über die Europäer sagen.
4. China ist ein kommunistisches Land.
Das würde Vater Staat gerne hören ist aber nicht ganz der Fall.
5. In China herrscht der Kapitalismus
Ist genauso falsch. Etwas muss ja an Punkt 4 auch wahr sein.
6. In China gibt’s High Tech on mass
Hier liegt eine Verwechslung mit Korea und Japan vor. China ist offiziell immernoch ein „Entwicklungsland“. Die Lohnkosten sind so gering, dass hier vor allem Handarbeit, also das produzierende Gewerbe zu Hause ist. Innovation ist noch nicht der treibende Faktor im Land.
7. … und darum kommen die Chinesen nach Europa und
fotografieren alles.
Das sind meist keine Chinesen. Und ratet mal was die Chinesen über Europäer sagen.
8. Chinesen sind hilfsbereit und freundlich.
Wenn man in China erstmal den ersten Straßenkampf gesehen hat und wie die Passanten drumherumstehen und sich daran belustigen, weiß man wie hilfsbereit manche sind. Auch die Taxifahrer nehmen dich manchmal nur mit wenn du mindestens 10 km fährst oder ihn bestichst.
9. Wenn man Freiheit in Google eingibt stürtzt der Computer ab.
Falsch. Es gibt zwar eine Internetzensur, aber der Computer kann rein technisch schon nicht durch eine Suchanfrage abstürzen. Richtig ist aber, dass man keine Suchergebnisse bekommt.
10. Es gibt viele Chinesen
Mhhhh….. RICHTIG!
Bevor es zurück nach Deutschland geht bin ich heute noch ein paar Tage in Hong Kong. Von vielen habe ich schon gehört: Ja, in China war ich schon! Ich habe mir Hong Kong angeschaut.
Leider falsch, denn Hong Kong ist nicht China. Es ist wirklich anders und kann das Land überhaupt nicht repräsentieren. Natürlich ist das auch schwer über eine andere chinesische Stadt zu sagen, aber wer Hong Kong gesehen hat, kann nur einen Hauch des chinesischen Reiches mitnehmen.
Anfangen tut es schon bei der Sprache. Ja, sie sprechen Chinesisch, jedoch Kantonesisch, dass zu vergleichen ist mit Französisch und Deutsch. Aber gerade wenn man denkt, dass man in Hong Kong wiedermal niemand verstehen kann liegt man falsch. Denn im Gegensatz zum Rest Chinas, sprechen die Leute hier sehr verbreitet Englisch.
Natürlich ist das auch auf die Kolonialgeschichte zurückzuführen. Und da fängt es da sieht man dann auch schon den größten Unterschied zwischen Hong Kong und China. Während Hong Kong sich über die letzten 100 entwickelte, hat China einen ca. 80 Jahre Handicap. Man sieht es überall in der Stadt. Die Menschen sind einfach reicher und die Stadt mehr entwickelt.
Hong Kong ist dann wohl ein Beispiel wie Peking in 50 Jahren aussehen wird. Jedoch erinnert Hong Kong noch mehr an den Westen. Ich war total erstaunt, als ich zum ersten Mal mit dem Bus durch die Stadt fuhr und zum ersten Mal in 6 Monaten mehr als drei Schilder lesen konnte. Überall war Reklame, sogar auf Englisch. Ein noch größeres Aha – Erlebnis gab es zuvor als ich auf den Bus wartete. Denn hinter mir formte sich eine Reihe. Ja, Chinesen die sich in einer Reihe anstellen! Das habe ich echt noch nicht gesehen.
Im Endeffekt erinnerte mich die Stadt mehr an London. Kleine Straßen, Prince Edward – Haltestellen und normale westliche Toiletten.
Hong Kong ist nicht China und wird es (hoffentlich) auch nicht so schnell. Hier dreht sich die Zeit noch anders und China versucht aufzuholen. Sicher ein spannendes Rennen.
Da bin ich mal wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort :-(
Mein Visum fuer China ist gestern abgelaufen also machte ich mich auf den Weg nach…. China, genauer Hong Kong.
Es war ein anstrengender Flug, da der Flug um 8:00 Uhr morgens losging und ich den Leuten am Check-Inn erstmal verklickern musste, warum ich 15 Kilo Uebergepaek hatte (bin gerade im Internetcaffe, daher keine Umlaute). Dennoch ging es dann irgendwie in Richtung HK und gestern Mittag war ich auch schon bereit etwas Sightseeing durchzufuehren.
Doch leider hatte ich in den letzten Tagen nicht sehr viel Zeit meine Reise zu planen und so kam ich an, ohne einen Plan zu haben, was es ueberhaupt zu sehen gibt. Nach kurzen Telefonaten (danke Steffi!) ging es zum Touristeninformation. Dort erklaerte mir eine nette Frau was es denn hier alles so zu sehen gibt. Sie wiess mich ausserdem darauf hin, dass ich das Ganze besser heute noch erledigen sollte, da wohl der staerkste Thyphoon des Jahres auf Hong Kong zurollt. Nach meiner Nachfrage wie lange denn dieser Typhoon wohl dauern wuerde, meinte sie drei Tage.
 Na, Klasse! Drei Tage hier und drei Tage Thyphoon. Besser kann man es wohl nicht haben!
Nichtsdestotrotz machte ich mich gleich auf den Weg noch was zu erleben. Meine Eindruecke werdet ihr dann wohl noch gesondert lesen koennen.
Heut morgen wollte ich dann gleich los zum grossen Buddha, nur leider fuhr kein Bus mehr. Das Thyphoon-Level wurde auf Stufe 8 angehoben, was soviel heisst wie zu Hause bleiben. Den Rat haben wohl viele befolgt, denn wenn man heute in der Stadt rumlaueft (was kaum geht) sind fast keine Menschen auf den Strassen. Die Geschaefte sind auch zu. Alles kommt zum erliegen. Waehrendessen regnet es und ein starker Wind weht. Heute Abend soll der Thyphoon dann HK erreichen. Wahrscheinlich wird dann die Stufe auf 10 angehoben, was die hoechste ist.
Ich habe mich jetzt erstmal in ein Internetcafee zurueckgezogen. Ich koennte natuerlich auch in mein Hostel, dass aussieht wie eine Bruchbude. Mein Zimmer hat nichtmal ein Fenster. Zu alle dem habe ich nichtmal einen Adapter fuer meine Stromgeraete. Ich wollte mir einen kaufen, jedoch sind ja alle Geschaefte zu. Ein Buch hab ich auch nicht. Das wird ein langweiliger Abend!
Jetzt ist auch noch fraglich, ob am Sonntag ueberhaupt mein Flieger auf die Philippinen geht. Ich kann jetzt wirklich nur hoffen!
Naja… wir werden sehn. Ich hoffe….
Gruesse aus dem fernen Hong Kong,
 JayJay
Wer kontrolliert das Volk? Richtig: Die Medien. Und darum habe ich mich heute aufgemacht zu einem Besuch zu Chinas größtem Fernsehsender CCTV. In Deutschland vor allem dafür bekannt, dass man kostenlos die Bundesliga über das Internet schauen kann. Aber CCTV ist noch viel mehr…
Als größte und einzige staatliche Fernsehstation ist CCTV, mit seinen 15 Kanälen, einer der Meinungsmacher der Nation. Hier werden die neuesten Parteivorhaben verbreitet und das ganze Volk in eine Richtung gelenkt. Doch abgesehen von den Propagandamaterial das auf den Nachrichtensendern verbreitet wird, unterscheiden sich die 15 Sender doch weitgehend. „Das Volk muss unterhalten werden“ und so gibt neben einem Sportsender, Auslandssender und Filmsender auch einen Serienkanal. Dort werden Eigenproduktionen der TV-Station gezeigt.
Wenn man das riesige Gebäude an der Fuxing Road betritt, erinnert es an die kommunistischen Plattenbauten. Grauer Teppich, graue Wände, grauer Stahl. Alles ein bisschen wie ein Bunker. Jedoch wird mir von Herrn Lang erklärt, dass CCTV bald umziehen wird. Dazu später mehr…
Wir machen eine Tour durch die Regien der verschiedenen Sender. Mir fällt auf, dass viele Plätze bereits digitalisiert worden sind, d.h., es gibt nicht mehr viele traditionelle Schneideplätze, die mit Band arbeiten. Die Menschen an den Plätzen sind hochkonzentriert und lassen sich nicht durch meine Knipserei des Fotoapparates stören.
Danach werde ich in das größte Studio der Sendestation geführt. Hinter der Tür von Studio Nr. 9 verbirgt sich eine riesen Bühne. “Dort”, wird mir erklärt, “werde gerade für eine Olympia-Show geprobt, in der die Goldmedaillengewinner der Spiele gefeiert werden.” Und tatsächlich kann ich beobachten, wie ein Moderator seine Show probt.
„180 Milliarden RMB bekommt CCTV von der Regierung jedes Jahr“ erklärt mir Herr Lang. Mächtig viel um die Massen von theoretisch 1,3 Milliarden Chinesen zu unterhalten. Aber es fließt nicht nur ins Programm. Auf meinem Heimweg besuche ich noch die Baustelle des neuen CCTV-Gebäudes, das 2009 fertiggestellt werden soll. Eines der erstaunlichsten Bauwerke, neben dem Vogelnest, die Beijing schmücken sollen.
Zwei Säulen die schief in den Himmel ragen, aber in der Mitte zusammenwachsen. So, oder so ähnlich könnte man das Gebäude beschreiben. Es sieht aus als würde es jederzeit zusammenklappen, aber es steht trotzdem. Dazu ein Muster einer Strumpfhose. Und hier wird 2009 der TV-Sender sein neues zu Hause finden.
Der heutige Tag hat mir wieder einmal demonstriert: Medien beherrschen das Volk! Und so pflegt die kommunistische Führung ihr Sprachrohr wie kein anderes. Selbst das neue Gebäude ist eine einzige Machtdemonstration!
Entlarvt: Anscheinend haben die Mitarbeiter auch die Nase voll von der Propaganda und so wird in der Cafeteria lieber MTV geguckt! LOL
Hallo!
Ich hoffe mein Blog gefällt euch soweit und ihr lest auch immer fleißig mit. Jetzt sind es noch 7 Tagen bis zu den olympischen Spielen und Peking rückt auch immer mehr in das Licht der deutschen Medien.
Lange habe ich auf diesen Moment gewartet und ich bin selber schon ganz aufgeregt. Ich konnte selber ein paar Tickets ergattern und werde dann für euch darüber berichten.
Doch was kommt danach? Lange ist es her. Am 22sten bin ich in Frankfurt in den Flieger gestiegen um mein Abenteuer im Reich der Mitte zu begehen. Das ist jetzt fast 6 Monate her und mein Visa läuft auch schon am Ende des Monats aus. Blöderweise zu früh, da mein fester Rückflugtermin erst am 6 September ist.
Daher werde ich davor noch einmal nach Hong Kong und auf die Philippinen fliegen. Zwei Wochen richtiger Urlaub also.
Das ganze neigt sich also dem Ende zu. Aber ich bin auch irgendwie froh darüber. China passt irgendwie zu dem Jamba-Slogan: Love it or hat it! Es gibt gute Seiten an China, aber auch schlechte. Meine Meinung ist noch immer gemischt und vielleicht komm ich ja irgendwann mal wieder zurück. Wir werden sehn!
bis dahin,
euer JayJay
Ich war jetzt schon öfters hier in China beim Frisör und noch kein Mal wurde ich vollständig enttäuscht. Zuvor habe ich immer verschiedene Horrorgeschichten gehört, aber das hat mich nicht abgehalten. Ein paar Eigenheiten sind mir dann doch aufgefallen.
Erstmal ist es super billig. Ein Haarschnitt kann man um die Ecke schon für 5 Yuan (umgerechnet 50 Cent ) bekommen. Der Schnitt würde dann aber auf der Straße stattfinden und wohl nicht von einem ausgebildeten Frisör gemacht werden. Besser sind dann schon die meist ausgefallenen Haarstudios, wo man einen Schnitt mit waschen schon für 30 Yuan (3 €) bekommen kann. Diese sind dann schon ok.
Gibt man ein bisschen mehr aus, darf es auch noch etwas Service extra sein. Manche Studios zeichnen sich dadurch aus, dass sie mehr Masseure als Frisöre eingestellt haben. Da wird man vor, während und nach dem Schnitt nochmal kräftig durchmassiert.
Was mir auch sehr gut gefällt, ist dass man sich für den Kunden Zeit nimmt. Obwohl man nicht viel bezahlt, gibt sich der Frisör richtig Mühe. Bei würden manche Frisöre in Deutschland nur kurz mit der Schneidemaschine drüber gehen und in 10 Minuten wäre die Sache erledigt. Hier will man den Kunden jedoch beweisen, was für ein toller Typ man doch ist und schneidet alles mit der Schere um später doch noch einmal mit der Maschine drüber zugehen.
Ach ja, ich habe noch nie eine Frisöse gesehen. Der Beruf ist wohl hier fest in Männerhänden!
Heute konnte ich für Webnews.de ein besonderen Leckerbissen an Land ziehen. Ich konnte den, eigentlich für Besucher nicht zugänglichen, Shanghai Stock Exchange besuchen. Für Webnews konnte ich so einen exklusiven Einblick in das Finanzzentrum Chinas werfen.
Nicht sehr populär, dennoch ein Fels in der Brandung wenn man an die internationalen Finanzgeschäfte in der Welt denkt: Die Shanghai Börse. Die sehr junge Geschichte hinter den Investments in chinesischen Firmen, seit der Öffnung des Landes, steht eine hohe Bedeutung zu, wenn man betrachtet was China für eine wichtige Rolle in der Weltwirtschaft in Zukunft beigemessen wird.
Für meinen Besuch, wollte ich natürlich auch nach was aussehen. Daher ließ ich mir, hier in Shanghai, in den letzten Tagen einen maßgeschneiderten Anzug anfertigen. Diesen bekommt man in China für umgerechnet 50€. Mit dem neuen Anzug ging es dann heute Morgen gleich zu dem riesen Gebäude. Von außen sieht es aus wie ein Quadrat, mit einem Lock in der Mitte.
Innen durfte ich mich erstmal durch die Horden von Security kämpfen, bis ich dann meine Kontaktperson, Mrs. Ciu, antraf. Bevor er mir die Hand gab tauschten wir Visitenkarten aus. So ist das in China. Er fing sofort an mir alles über die Börse und ihre Wichtigkeit zu erzählen. Dann führte er mich in die Gallerie des Börsenraumes. Und…
… es war nichts los!
Keine schreienden Menschen, keine hektische Bewegungen von Händlern. Nur hier und da saßen ein paar Händlern vor einem PC. Sonst tote Hose.
Ein typischen Bild für Börsen. 1998 wurde das Tradingsystem in Shanghai komplett digitalisiert und daher ist nichts mehr los. Die Kauf- und Verkaufsvorgänge werden nun komplett von Computern übernommen. Das gleiche wie in Frankfurt. Die Börse wird daher nur noch als Erinnerung an alte Zeiten benutzt.
Auf riesigen Leinwänden konnte man die Kurse der 30 größten Aktien Chinas beobachten. Interessant dabei war, dass die roten Zahlen Kursgewinne anzeigten und die Kursverluste in grün gezeigt wurden. Komplett gegen die eigentliche Vermutung. Die ist, erklärte mir Herr Ciu, zurückzuführen auf die Tradition der Chinesen, die Rot als ein gute Farbe einschätzen.
Insgesamt war der Besuch an der Börse sehr kurz und schlüssig. Fazit bleibt, dass die Shanghai Börse nicht wirklich etwas besonderes ist. Börsen sind heute wohl nicht mehr, dass was man sich vorstellt. Mit Ausnahme der New Yorker Börse, sind die Systeme bereits komplett digitalisiert und nichts ist geblieben vom alten Flair. Eigentlich schade.
Alle Transportmittel Chinas habe ich schon ausprobiert. Von Rikscha bis Flugzeug. Manches hat mir gut gefallen, manches auch nicht so sehr (Sleeperbus). Heute war jedoch das Highlight meiner Reise erreicht. Ich durfte mit dem Transrapid fahren. Deutsche Technik meets China.
Maglev heißt das gute Stück und an der Haltestelle Dongchang Lu kann man in die Magnetschwebebahn umsteigen. Ein Prestigeprojekt mit deutscher Technik wartet heute auf mich. Zuerst darf man an der Station seinen Weg durch ein kleines Museum bahnen. Es erklärt die Vorteile der Bahn und auf den Tafeln wird sogar erwähnt, dass es sich hier nicht um chinesische Technik handelt. Danach kommt gleich der Ticketschalter an dem ich 80 Yuan abdrücken darf (8€). Vielleicht ein bißchen teuer, wenn man bedenkt, dass die Fahrt ca. 8 Minuten dauern soll. In diesen acht Minuten werden wir auf 431 km/h beschleunigen. Los geht’s!
Beim Einsteigen erinnert die Bahn irgendwie an eine Metro. Nicht viel (außer die verstärkten Sicherheitsvorkehrungen) zeigen, dass es sich hierbei um eine Magnetschwebebahn handelt. Diese Bahn schwebt also durch Magnettechnik auf einer speziell hergestellten Bahn. Dies erlaubt ihr die enorme Geschwindigkeit.
Innen im Zug erinnert es ein wenig an einen ICE. Schnell wünscht mir die freundliche Dame aus dem Lautsprecher noch eine gute Fahrt und der Zug fährt an. Zunächst nichts besonderes, doch kann man dann auf der Anzeige sehen wie schnell der Zug beschleunigt.
Auf einmal ist die 400 km/h Grenze erreicht und wenn man nach draußen schaut fliegt die Welt nur so vorbei. Ein netter Herr, der sich neben mich gesetzt hatte, erklärt mich noch, dass es in Wirklichkeit noch viel schneller aussieht. Nur die Fenster des Zuges sind speziell präpariert, sodass es angenehmer für das menschliche Auge ist und einem nicht schwindelig wird. Trotzdem fühl ich in diesem Moment ein bisschen Kopfschmerzen. Wahrscheinlich durch die enorme Beschleunigung.
Kaum ist der Zug auf der Spitzengeschwindigkeit angekommen geht es schon wieder runter. Ich komme am Pudong Airport Bahnhof an. Das war eine schnelle Fahrt.
Heute konnte ich für Webnews.de ein besonderen Leckerbissen an Land ziehen. Ich konnte den, eigentlich für Besucher nicht zugänglichen, Shanghai Stock Exchange besuchen. Für Webnews konnte ich so einen exklusiven Einblick in das Finanzzentrum Chinas werfen.
Nicht sehr populär, dennoch ein Fels in der Brandung wenn man an die internationalen Finanzgeschäfte in der Welt denkt: Die Shanghai Börse. Die sehr junge Geschichte hinter den Investments in chinesischen Firmen, seit der Öffnung des Landes, steht eine hohe Bedeutung zu, wenn man betrachtet was China für eine wichtige Rolle in der Weltwirtschaft in Zukunft beigemessen wird.
Für meinen Besuch, wollte ich natürlich auch nach was aussehen. Daher ließ ich mir, hier in Shanghai, in den letzten Tagen einen maßgeschneiderten Anzug anfertigen. Diesen bekommt man in China für umgerechnet 50€. Mit dem neuen Anzug ging es dann heute Morgen gleich zu dem riesen Gebäude. Von außen sieht es aus wie ein Quadrat, mit einem Lock in der Mitte.
Innen durfte ich mich erstmal durch die Horden von Security kämpfen, bis ich dann meine Kontaktperson, Mrs. Ciu, antraf. Bevor er mir die Hand gab tauschten wir Visitenkarten aus. So ist das in China. Er fing sofort an mir alles über die Börse und ihre Wichtigkeit zu erzählen. Dann führte er mich in die Gallerie des Börsenraumes. Und…
… es war nichts los!
Keine schreienden Menschen, keine hektische Bewegungen von Händlern. Nur hier und da saßen ein paar Händlern vor einem PC. Sonst tote Hose.
Ein typischen Bild für Börsen. 1998 wurde das Tradingsystem in Shanghai komplett digitalisiert und daher ist nichts mehr los. Die Kauf- und Verkaufsvorgänge werden nun komplett von Computern übernommen. Das gleiche wie in Frankfurt. Die Börse wird daher nur noch als Erinnerung an alte Zeiten benutzt.
Auf riesigen Leinwänden konnte man die Kurse der 30 größten Aktien Chinas beobachten. Interessant dabei war, dass die roten Zahlen Kursgewinne anzeigten und die Kursverluste in grün gezeigt wurden. Komplett gegen die eigentliche Vermutung. Die ist, erklärte mir Herr Ciu, zurückzuführen auf die Tradition der Chinesen, die Rot als ein gute Farbe einschätzen.
Insgesamt war der Besuch an der Börse sehr kurz und schlüssig. Fazit bleibt, dass die Shanghai Börse nicht wirklich etwas besonderes ist. Börsen sind heute wohl nicht mehr, dass was man sich vorstellt. Mit Ausnahme der New Yorker Börse, sind die Systeme bereits komplett digitalisiert und nichts ist geblieben vom alten Flair. Eigentlich schade.
Und nun schon auf der letzten Station meiner Reise durch China bevor es zurück nach Beijing geht, wo ich für euch die Olympischen Spiele miterleben und natürlich auch darüber schreiben werde. Heute sind wir in Shanghai. Einer Stadt ungeahnten Aufmaßes. Größer, kräftig, lebendiger als Beijing. Eine Megacity.
Shanghai liegt an der Küste Chinas und ist heute eine der wichtigsten Wirtschaftsstädte für die Volksrepublik. Mit ihrem riesen Hafen nimmt sie bis dato den dritten Platz in der Wertung der größten Häfen der Welt ein. Als Flaggschiff der chinesischen Wirtschaft hat die Kommunistische Partei dieser Stadt einen bestimmten Status beigemessen. Sie fungiert nämlich als eigene Provinz und besitzt eine Art Sonderwirtschaftszone mit dem Stadtteil Pudong. In Pudong hat sich seit den letzten Jahren eine Skyline der ganz besonderen Art herausgearbeitet. Hier versammeln sich alle großen Bankennamen und auch die Shanghai Börse nennt Pudong sein zu Hause.
Eine Bootstour (ja, schon wieder) auf dem Huangpu River ist für jeden Touristen ein Muss. So machten wir uns sofort auf zum Kai. Der Weg ist nicht weit, da man in Shanghai alles sehr gut mit der Metro erreichen kann. Nur die unerträgliche Hitze macht einem sehr zu schaffen. Bei Temperaturen von 37° C ist man nach Minuten an der freien Luft durchgeschwitzt. Nichtsdestotrotz kämpften wir uns durch und erreichten den Schiffskai.
Von hier aus fahren stündlich Touristenschiffe auf dem Huangpu-River los. Zuerst bekommt man die beindruckende Skyline der Pundong-Area zu Gesicht. Neben dem Wahrzeichen von Shanghai, dem Oriental Pearl Tower (rot), sieht man zahlreiche Bankgebäude und das bisher höchste, das Shanghai World Finanance Center. Die zwei Ufer des Flusses zeigen den Kontrast sehr schön. Sofort kann man erkennen, wo sich der neue Teil Shanghais befindet. Auf der anderen Seite sieht man ältere Gebäude neben Werften mit Riesenkränen und Docks. Dies ist jedoch noch nicht der Hafen. Er liegt weiter auserhalb. Auf dem Huangpu-River sieht man viele Frachter, Boote und natürlich Touristenschiffe.
Shanghai gefällt mir bisher sehr gut. Die Menschen sind nett und freundlich. Man bekommt immer Hilfe angeboten. Jedoch merkt man oft auch den Gegensatz zu den bisher besuchten Städten. Denn hier wohnen die Superreichen Chinas und diese kann man sofort von den durchschnittlichen Chinesen unterscheiden. Die Schere wird immer größer. Irgendwie traurig.
