Ich habe mich mal wieder zu einer neuen technischen Errungenschaft hinziehen lassen, die ich bisher total überflüssig hielt. Der Hype ist jetzt schon lange vorbei, doch jetzt bin ich auch dabei: Twitter. Micro-Blogging für die kurzen Sätze im Leben.

Auf 14o Zeichen ist das Ganze beschränkt, aber dafür in viele Sachen integrierbar. Z.B. in meinen Facebook-Account oder auch gleich als Statusmeldung in mein Skype. So wissen die Leute wirklich schnell was ich denn so treibe.
Ganz besonders hat mich das rege Feedback überrascht. Besonders über Facebook kommt da viel, da der Feed ja auf aller meiner Freundes Facebook-Startseite angeguckt wird. Dann mal schnell ein Comment schreiben und schon weiß man was der andere über seine eigene Situation denkt.
Von Gesprächen mit anderen habe ich dann erfahren, dass sie bei einer Away-Message von ICQ eher keinen Twitter ähnliche Einträge wollen. Es sei störend, da es nichts über den Status aussagt. Ausserdem kriege man ständig Kommentare über den Status.
Für mich macht Twitter im Moment richtig Spaß. Besonders über Launchy ist schnell eine Nachricht geschrieben und das Neueste in das World Wide Web verbreitet. Leider ist es in Deutschland noch nicht so verbreitet (und wird sich nicht verbreiten), sodass mir Twitter-Followers und eine Schnittstelle zu meinem StudiVZ-Status noch fehlen.
Mal sehn was die Zukunft noch so bringt…..
PS: Meinen Aktuellen Status könnt ihr jetzt in der rechten Sidebar jederzeit sehen.
1. Chinesen Essen immer Reis
Nudeln haben in China mindestens eine genauso wichtige Rolle wie
Reis. Übrigens gibt es über ein Dutzend von Sorten. Diese werden meist frisch direkt in den Topf gelegt. Und wenn man sich jetzt noch überlegt, dass die Chinesen die Nudeln erfunden haben, kann man dieses Klischee auch gleich in den Mülleimer packen.
2. Chinesen können kein R aussprechen.
Die Chinesen haben sehr wohl ein R in ihrer Sprache und dieses wird auch hauptsächlich im Norden benutzt (z.b. von den Beijingern). Jedoch wird es nicht so rau wie in der deutschen Sprache benutzt.
3. Alle Chinesen sehen gleich aus
Das ist was die Chinesen über die Europäer sagen.
4. China ist ein kommunistisches Land.
Das würde Vater Staat gerne hören ist aber nicht ganz der Fall.
5. In China herrscht der Kapitalismus
Ist genauso falsch. Etwas muss ja an Punkt 4 auch wahr sein.
6. In China gibt’s High Tech on mass
Hier liegt eine Verwechslung mit Korea und Japan vor. China ist offiziell immernoch ein „Entwicklungsland“. Die Lohnkosten sind so gering, dass hier vor allem Handarbeit, also das produzierende Gewerbe zu Hause ist. Innovation ist noch nicht der treibende Faktor im Land.
7. … und darum kommen die Chinesen nach Europa und
fotografieren alles.
Das sind meist keine Chinesen. Und ratet mal was die Chinesen über Europäer sagen.
8. Chinesen sind hilfsbereit und freundlich.
Wenn man in China erstmal den ersten Straßenkampf gesehen hat und wie die Passanten drumherumstehen und sich daran belustigen, weiß man wie hilfsbereit manche sind. Auch die Taxifahrer nehmen dich manchmal nur mit wenn du mindestens 10 km fährst oder ihn bestichst.
9. Wenn man Freiheit in Google eingibt stürtzt der Computer ab.
Falsch. Es gibt zwar eine Internetzensur, aber der Computer kann rein technisch schon nicht durch eine Suchanfrage abstürzen. Richtig ist aber, dass man keine Suchergebnisse bekommt.
10. Es gibt viele Chinesen
Mhhhh….. RICHTIG!
Das waren sie also. Die Olympischen Spiele 2008 sind vorbei – Und ich war dabei!
Lange habe ich auf diesen Moment gewartet. Die Fackel wird entzündet und der Sport beginnt. Doch diesmal war es doch ein bisschen anders, denn das Austragungslang war China.
Ein Land, dass von außen einer riesen Kritik ausgesetzt war. Ein Land, dass von innen 1,3 Milliarden trotzende Chinesen dem entgegenstanden, die die besten Olympischen Spiele organisierten wollten. Und ein Land, in dem ich jetzt ein halbes Jahr gelebt habe.
Am Anfang war man ja sehr skeptisch. Das IOC vergibt die 2008 Spiele an ein Entwicklungsland. China ist somit auch vom IOC anerkannt eine Olympiade auszutragen. Ob sie wohl dazu im Stande sind, fragten da die Medien. Sieben Jahre später straft China alle mit Kritiker. Die Stätten sind fertig, Sicherheitsmaßnahmen ergriffen und das Land entsprechend eingestellt.
Doch immer wird nach etwas neuem gesucht. Menschenrechte, Luftverschmutzung und Pressefreiheit. Große Probleme im Vorfeld. Kleine Sache bei den Spielen. Wenn man jetzt mal ehrlich ist, sind die Spiele gut verlaufen. Und, ausgenommen der Luftverschmutzung, die hervorragend unter Kontrolle gebracht wurde, hatte eh nichts mit den Sportlichen Leistungen zu tun.
Denn wenn wir jetzt mal von einem chinesischen Standpunkt aus schauen, können wir erkennen, dass die Spiele tatsächlich was bewegt haben. Die Sonne schien in Peking, die Menschen lernten Englisch und viele wissen jetzt, dass nicht alle farbigen Menschen aus Afrika kommen. Ja, wirklich. Es hat was gebracht!
Mein persönliches Resümee: Es war doch ein wenig anstrengen. Zu sehen wie sich die Stadt verändert ist schön. Täglich gibt es neue Dinge zu entdecken. Doch als die Spiele dann begonnen hatte wurde es stressig. So viele Menschen überfluten die Stadt.
Menschen, die nicht das richtige Peking sehen wollen. Menschen, die hier sind um ein Sportereignis beizuwohnen. Und auch nur um es zu sehen. Die Kultur bleibt fremd. Das Essen wird probiert, doch schnell abgetan. So sind olympischen Touristen halten.
Dennoch hat das Ganze meine Olympiaerfahrung nicht getrübt. Es war eine tolle Erfahrung und wird es auch bleiben. Gerade weil Peking der Austragungsort war. Wenn ich vielleicht das Glück habe auch in London dabei zu sein, wird es natürlich anders ablaufen.
Aber leider gibt es dann keine kleinen spannenden Eigenheiten der Kultur zu entdecken, wie in China. Denn das war gerade das interessante an diesen Spielen.
Bevor es zurück nach Deutschland geht bin ich heute noch ein paar Tage in Hong Kong. Von vielen habe ich schon gehört: Ja, in China war ich schon! Ich habe mir Hong Kong angeschaut.
Leider falsch, denn Hong Kong ist nicht China. Es ist wirklich anders und kann das Land überhaupt nicht repräsentieren. Natürlich ist das auch schwer über eine andere chinesische Stadt zu sagen, aber wer Hong Kong gesehen hat, kann nur einen Hauch des chinesischen Reiches mitnehmen.
Anfangen tut es schon bei der Sprache. Ja, sie sprechen Chinesisch, jedoch Kantonesisch, dass zu vergleichen ist mit Französisch und Deutsch. Aber gerade wenn man denkt, dass man in Hong Kong wiedermal niemand verstehen kann liegt man falsch. Denn im Gegensatz zum Rest Chinas, sprechen die Leute hier sehr verbreitet Englisch.
Natürlich ist das auch auf die Kolonialgeschichte zurückzuführen. Und da fängt es da sieht man dann auch schon den größten Unterschied zwischen Hong Kong und China. Während Hong Kong sich über die letzten 100 entwickelte, hat China einen ca. 80 Jahre Handicap. Man sieht es überall in der Stadt. Die Menschen sind einfach reicher und die Stadt mehr entwickelt.
Hong Kong ist dann wohl ein Beispiel wie Peking in 50 Jahren aussehen wird. Jedoch erinnert Hong Kong noch mehr an den Westen. Ich war total erstaunt, als ich zum ersten Mal mit dem Bus durch die Stadt fuhr und zum ersten Mal in 6 Monaten mehr als drei Schilder lesen konnte. Überall war Reklame, sogar auf Englisch. Ein noch größeres Aha – Erlebnis gab es zuvor als ich auf den Bus wartete. Denn hinter mir formte sich eine Reihe. Ja, Chinesen die sich in einer Reihe anstellen! Das habe ich echt noch nicht gesehen.
Im Endeffekt erinnerte mich die Stadt mehr an London. Kleine Straßen, Prince Edward – Haltestellen und normale westliche Toiletten.
Hong Kong ist nicht China und wird es (hoffentlich) auch nicht so schnell. Hier dreht sich die Zeit noch anders und China versucht aufzuholen. Sicher ein spannendes Rennen.
Da bin ich mal wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort :-(
Mein Visum fuer China ist gestern abgelaufen also machte ich mich auf den Weg nach…. China, genauer Hong Kong.
Es war ein anstrengender Flug, da der Flug um 8:00 Uhr morgens losging und ich den Leuten am Check-Inn erstmal verklickern musste, warum ich 15 Kilo Uebergepaek hatte (bin gerade im Internetcaffe, daher keine Umlaute). Dennoch ging es dann irgendwie in Richtung HK und gestern Mittag war ich auch schon bereit etwas Sightseeing durchzufuehren.
Doch leider hatte ich in den letzten Tagen nicht sehr viel Zeit meine Reise zu planen und so kam ich an, ohne einen Plan zu haben, was es ueberhaupt zu sehen gibt. Nach kurzen Telefonaten (danke Steffi!) ging es zum Touristeninformation. Dort erklaerte mir eine nette Frau was es denn hier alles so zu sehen gibt. Sie wiess mich ausserdem darauf hin, dass ich das Ganze besser heute noch erledigen sollte, da wohl der staerkste Thyphoon des Jahres auf Hong Kong zurollt. Nach meiner Nachfrage wie lange denn dieser Typhoon wohl dauern wuerde, meinte sie drei Tage.
 Na, Klasse! Drei Tage hier und drei Tage Thyphoon. Besser kann man es wohl nicht haben!
Nichtsdestotrotz machte ich mich gleich auf den Weg noch was zu erleben. Meine Eindruecke werdet ihr dann wohl noch gesondert lesen koennen.
Heut morgen wollte ich dann gleich los zum grossen Buddha, nur leider fuhr kein Bus mehr. Das Thyphoon-Level wurde auf Stufe 8 angehoben, was soviel heisst wie zu Hause bleiben. Den Rat haben wohl viele befolgt, denn wenn man heute in der Stadt rumlaueft (was kaum geht) sind fast keine Menschen auf den Strassen. Die Geschaefte sind auch zu. Alles kommt zum erliegen. Waehrendessen regnet es und ein starker Wind weht. Heute Abend soll der Thyphoon dann HK erreichen. Wahrscheinlich wird dann die Stufe auf 10 angehoben, was die hoechste ist.
Ich habe mich jetzt erstmal in ein Internetcafee zurueckgezogen. Ich koennte natuerlich auch in mein Hostel, dass aussieht wie eine Bruchbude. Mein Zimmer hat nichtmal ein Fenster. Zu alle dem habe ich nichtmal einen Adapter fuer meine Stromgeraete. Ich wollte mir einen kaufen, jedoch sind ja alle Geschaefte zu. Ein Buch hab ich auch nicht. Das wird ein langweiliger Abend!
Jetzt ist auch noch fraglich, ob am Sonntag ueberhaupt mein Flieger auf die Philippinen geht. Ich kann jetzt wirklich nur hoffen!
Naja… wir werden sehn. Ich hoffe….
Gruesse aus dem fernen Hong Kong,
 JayJay
Ich habe bereits einige Tickets für Veranstaltungen der Olympischen Spiele 2008 in Peking verbraucht und heute stand dann das Turmspringen an. Ich dachte das Ganze würde wieder so ablaufen, wie die bei den letzten Veranstaltungen, jedoch viel mir dann auf, dass der Water Cube sich auf dem Olympic Green befanden.
Ich machte mich dann mit der Bahn auf und wollte mit der neu geschaffenen Linie 8 ins olympische Zentrum fahren. Doch bei Umsteigen lief schon alles anders. Denn, wenn man dieses Gebiet betreten und allein schon die U-Bahn gehen will, muss man die Sicherheitschecks durchlaufen. Das Zelt, indem die Checks durchgeführt werden, ist riesig groß. Verständlich, denn hier wird nicht nur der Check für Veranstaltungen im Water Cube ausgeführt, sondern auch für ein Dutzend anderer Veranstaltungen, die zum Beispiel auch im „Vogelnest“ stattfinden.
Als ich erstmal durch war, durfte ich mich mit hundert anderen in eine Bahn quetschen. Zum Glück war die Station nur drei Minuten entfernt, so dass es erträglich war. Als ich die Station verließ, staunte ich nicht schlecht. Von hier aus hatte ich einen super Blick auf das Birds Nest. Es war außerdem ein unglaubliches Getöse zu vernehmen, was dem 100 Metersieg von Bolt geschuldet war, wie ich später herausfand. Über alle dem konnte man die Riesenfackel sehen und das olympische Feuer. Was ein Ausblick!
Zu diesem Zeitpunkt war es bereits abends und ich konnte super Nachtaufnahmen des Stadions, Schwimmbades, Indoor Stadiums und der Fencing Hall machen. Auf dem Platz tummelten sich einige hundert Menschen, die zum Teil ausgelassen feierten. Das lag auch daran, dass es ausgesprochen gutes Wetter war. Man konnte sogar den Mond sehen. Vor ein paar Wochen wäre das noch undenkbar gewesen, im smogverpesteten Peking.
Da ich einen riesen Hunger hatte, machte ich mich auf die Suche nach etwas Essbaren. Neben einem riesigen Mc Donalds gab es auch kleinere Stände, die etwas verkauften. Wie ich schon berichtete, sind die Preise an den Verkaufständen mehr als fair. So sah ich diesmal von einem Burger ab und kaufte mir eine Meal Box an einem Stand. Ohne zu wissen, worauf ich mich da einließ, bezahlte ich 10 Yuan (1€).
Es handelte sich hier um ein Gericht, das wohl eher auf Chinesen zugeschnitten war. Reis mit Gemüse und Fleisch. Dazwischen noch kräftig Chili. Die Zubereitung war etwas trickreich, denn die Box kam in einem kalten Zustand und das Essen, sollte heiß serviert werden. Als ich die Packung öffnete, fand ich erstmal 4 Tüten darin. In der Gebrauchsanweisung konnte ich dann lesen, wie das Ganze mit der Erhitzung gehen sollte. Ich legte also das Heizpack (keine Ahnung, was da drin war) auf eine Tüte, die voll Wasser gefüllt war. Dann schloss ich das Ganze ab und zog von Außen eine Reisleine. Es fing an zu brodeln und plötzlich schoss von allen Seiten Wasserdampf hervor. Das Essen war angerichtet.
Es war dann doch etwas scharf, für meinen Geschmack. Aber ich fand es eine raffinierte Idee solche Packs zu verkaufen.
Der Abend am Olympic Green ging dann gelungen zu Ende. Nach ein paar Fotos machte ich mich auch schon wieder auf den Heimweg, denn schon am nächsten Morgen stand Hockey auf dem Programm.
Heute geht es also zu meiner letzten Veranstaltung von den Olympischen Spielen 2008 in Beijing. Taekwondo ist vierte Kampfsportart, neben Ringen, Fechten und Judo, die in den olympischen Katalog aufgenommen wurde.
Hierbei kämpfen die Opponenten gegeneinander und versuchen Punkte durch Tritte an den rot bzw. blauen Flächen zu erzielen.
Das Ganze hat heute in der Technology University of Beijing stattgefunden. Eigentlich lief alles wie immer. Zu meiner Überraschung gab es in der Halle dann doch nur eine Matte. Dort wurden nacheinander die Kämpfe durchgeführt. Es gab immer 5 Richter, die kleine Buzzer in der Hand hielten. So konnte automatisch gepunktet werden.
Beim Zugucken erinnerte mich der Sport irgendwie an das Fechten. Nur das man keinen Degen besitzt. Trotzdem lauern die Opponenten ein Weilchen, bis sie angreifen. Leider ist das Bewertungssystem nicht so fehlerfrei wie beim Pendant. Hier entscheiden nämlich die Richter und es kam schon zu einiger Diskrepanz in der Punktbewertung.
Trafen nun zwei Kämpfer aufeinander, wurde erstmal versucht aufeinander einzudreschen. Das geschah teils mit lauten schreien. Besonders viel ein Kanadier auf, der bei jedem Schlag seine Hand in die Höhe schnellen ließ, als hätte er gewonnen. Die Punktrichter sahen das jedoch anders.
In den Finalkämpfen trat dann sogar eine Chinesin an, die letzt endlich auch gewann. Unglaublich wie die chinesischen Fans sich freuten. Besonders als ihre Hymne gespielt wurde, zum 135sten Mal diese Olympiade, standen sie alle ganz stramm und sangen mit. Doch sobald sie zu Ende war und kein Chinese mehr im Rennen, machten sich alle auf den zu Hause weg. Das Stadion für den Finalkampf in der 70 kg Gewichtsklasse blieb fast komplett leer.
Am Ende war es jedoch ganz interessant auch solch einen Sport mal live zu sehen. Leider war dies auch schon meine letzte Olympia-Live Erfahrung, aber in vier Jahren ist es ja schon wieder soweit!
Auf zum Olympic Green. Denn dort wartete das wohl bekannteste Gebäude der olympischen Spiele auf mich: Das National Stadium oder auch auf Birds Nest getauft. Von ein paar Kilometer weit weg sieht es wirklich aus wie ein Nest.
Auf dem Weg zum Stadion fällt mir noch das NBC Studio auf. Auf der Bühne wird gerade eine Live-Show für die Staaten produziert. Doch ich habe nicht lange Zeit, denn Leichathletik wartet.
Jetzt näher ich mich schon diesem riesigen Gebäude. Einfach unglaublich, wie die teils schiefen Wände und Säulen sich in die Höhe begeben. Am Eingang fällt sogar auf, dass die Lampen des Parks im gleichen Style gehalten worden sind. Man merkt: Auf jedes Detail wurde geachtet.
Die riesigen Eingänge sind nicht zu übersehen. Eingang M ist schnell gefunden und man hat einen super Blick auf die riesigen Säulen. Nein, sie sind nicht aus Stahl. Das sieht nur so aus. Eigentlich sind es Betonpfeiler, die mit silberner Farbe überzogen worden sind.
Jetzt geht es nach oben. Anscheinend habe ich wieder billige Tickets. Ganz weit hinten. Nicht so schlimm, denn schon auf der Treppe habe ich einen tollen Blick auf den Water Cube und den Rest des Olympic Greens.
Jetzt geht es rein. Unglaublich. Dieser Anblick. In Wirklichkeit sieht alles doch ganz anders aus. Ich setzte mich auf meinen Platz und mache erstmal ein paar Fotos. Leider kann man von meiner Position aus die Fackel nicht sehen.
Jetzt geht es auch schon los mit den Vorläufen zum 200 Meterlauf. Doch gleichzeitig fängt auch das Finale im Hochsprung an. Irgendwie verwirrend. Währenddessen kommen immer Mal wieder Sportler für eine Medaillenzeremonie heraus. Nur beim Spielen der Nationalhymnen steht alles still.
Nach ein paar Stunden beginnt der Vorlauf für den 110 Meter Hürdenlauf. Viele Chinesen sind sehr enttäuscht. Sie haben auf diesen Moment gewartet. Auf Liu Xiang. Doch der hat am Tag davor wegen einer Achillessehnenentzündung aufgegeben. Die erste Bahn bleibt also frei. Am Ende setzt sich der Cubaner durch.
Ab geht’s danach zum Diskuswerfen. Das Werfen bleibt eher unspektakulär, da man aus meiner Position nur wenig sieht. Doch eins fällt mir dann doch auf. Kleine, ferngesteuerte Autos fahren auf dem Rasen rum. Sie sind dafür da, die geworfenen Diskus zurück zum Herrchen zu bringen. Für den Weg war man sich dann doch zu Schade einen Volunteer einzusetzen.
Apro pros Volunteer. Sie sind immer und überall zur stelle. Zum Beispiel beim Aufbauen des Hürdenlaufes. Jedes Mal marschieren sie ein, als wäre Krieg ausgebrochen, und stellen im Gleichschritt die Hürden auf. Vielleicht kommen sie ja direkt von der Militärschule. Jedenfalls machen sie einen guten Job. Nur etwas ulkig sieht es dann doch aus.
Der Abend neigt sich dem Ende zu und ich mache mich auf den Heimweg. Vom obersten Winkel des Stadions kann ich noch beim Herausgehen super Bilder der angrenzenden Sportstätten machen.
Ein schöner Abschluss eines Olympiaabends. Morgen geht’s zur letzten Veranstaltung. Go Teakwondo!
Heute machte ich mich wieder auf zum Olmpic Green um das Spiel Canada gegen Groß Britannien im Männer Feldhockey zu sehen.
Die Anfahrt ging schnell und problemlos, doch vor dem Stadion vielen mir dann die vielen Schwarzmarkhändler auf. Sie verkauften Tickets für das 4-fache des Preises. Jedoch waren einige gefälschte darunter (kein Sicherheitszeichen).
Durch den Sicherheitscheck auf die Tribüne des Feldes, da fing schon das Spiel an. Wie im Fußball waren zuerst die Nationalhymnen der Teams zu hören. Das britische Team sang so laut mit, dass man sie sogar noch auf der Tribüne hören konnte. Dazu versuchten die Fans ihren Teil beizutragen.
Dann gabs auch schon den Anpfiff. Lange Zeit passierte nicht. Neben ein paar guten Aktionen des britischen Teams ging es dann auch schon in die Pause. Hier traten sogar Cheerleader auf. Mir war gar nicht bewusst, dass es so etwas beim Hockey überhaupt gibt.
In der zweiten Hälfte dauerte es nicht lange und Canada ging in Führung. Die Briten versuchten dann noch in den letzten 10 Minuten ein Tor zu schießen und ihr Wunsch wurde 1 Minute vor Ende erfüllt. 1 zu 1 trennten sich dann die Teams nach 70 Minuten.
Mein Eindruck war ein eher langweiliges Spiel. Alles wirkte ein bißchen träge. Das konnte aber auch am verregneten Vormittag gelegen haben. Am Ende war ich irgendwie enttäuscht mich so früh aufgemacht zu haben um zum Spiel zu kommen.
In den chinesischen Medien ist es keine große Sache, doch die Netizens zerbrechen sich den Kopf darüber. Warum hat der kleine Junge, ein Überlebender des Sichuan-Erdbebens, eine umgedrehte Flagge bei der Eröffnungsfeier getragen?
Zuvor wurde es als großes Zeichen gesehen, ein Überlebenden des Sichuan-Erdbebens in die Eröffnungsfeier einzubauen. Der 9 jährige Lin Hao hatte beim schweren Erdbeben am 12 Mai zwei seiner Schulkameraden aus den Trümmern seiner Schule gerettet. Seine Geschichte ging über alle Medien hinaus und er avancierte zum Nationalhelden.
Nun ist er jedoch mit einer umgedrehten Flagge aufgelaufen. Eigentlich wird dies als Protest gegen den Staat gesehen oder ist ein Symbol für dessen Fall. Viele Chinesen tun dies als blöden Fehler ab, aber andere sagen dies sei geplant gewesen.
Es gab noch keine offizielle Stellungnahme weswegen ich annehme, dass es eine peinliche Panne war.